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Landschaften im Wohnzimmer
Ein Zimmer, mit einer Tür zu weiteren Räumen. Ein geschlossenes Fenster. Draußen Leere. Im Zimmer tauchen aus der Dunkelheit Konturen auf: Anstiege, Vertiefungen, Lichtbrechungen, Hohlräume, Tiefen und Licht. Licht, das umsäumt. Licht, das in der Dunkelheit entsteht. Die Wände treten zurück, weiten sich, die Raumecken lösen sich auf.
Satte Dunkelheit. Das Zimmer verschwindet. Eine Landschaft entsteht. In ihr liegen weitere Landschaften: Gebirge, Ebenen, entfernte Städte, Autobahnnetze, zerklüftete Ländzüge. Sie breiten sich aus, bilden sich im dämmrigen Feld des Zimmers ab, zeichnen sich in die Wände hinein, multiplizieren sich und verlaufen in einen endlos aufgefächerten dämmrigen Raum.
Hinter der Tür befindet sich Dunkelheit, hinter dem Fenster eine schwarze Leere – im Augenblick, in dem die Fotografie gemacht wurde und im Blick, den der Fotograf einnahm.
Samtige Dunkelheit und eine endlose Tiefe im Zimmer. Eine Inszenierung, die jedes Jahr auflebt. Die das Zimmer verschwinden lässt, die einen Ort für verloren gegangene Bilder schafft. Sehnsuchtsbilder. Landschaftsbilder. Dunkelheitsbilder. Lichtlandschaften. Licht, dass schmale Konturen, Lichtpunkte, einzelne Spektren entwirft, gerade so, dass der verschwimmende Blick den Weg in jene endlose Zimmer-Landschaften finden kann. Birgit Szepanski

Aurafotografie
Weihnachten. So muss Weihnachten aussehen: echter Baum, echte Kerzen, echtes Licht, echte Weihnachtslieder (zumindest die Liedanfänge und der Refrain) im Hintergrund, natürlich die echte Weihnachtsgeschichte: Jesus Christus, Bethlehem, drei Könige on the road aus dem Morgenland, Sterne und Engel sowieso überall – wer’s glaubt wird selig – als invented tradition mit echten Gefühlen verbunden, messbar auf der Großhirnrinde. Und eine echte Fotografie davon zu machen ist möglich, ist sogar notwendig, weil es Weihnachten erst zu Weihnachten macht in unserem Sinne, das heißt: es erst als Gesamtkunstwerk sichtbar werden lässt in Wirklichkeit, und die Aura wird natürlich auch abgelichtet nebenbei. – Es geht also doch noch: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit und den Begriff der Aura zusammenzudenken! Man müsste kleine Fotoapparate in diesen Weihnachtsbaum hineinhängen aus Dankbarkeit.  Das ist Kunst! Rainer Totzke

 
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